Notstrom · Ersatzstrom · USV Wenn das Netz ausfällt, läuft es weiter.
Ein Speicher allein macht noch keine Notstromversorgung. Entscheidend sind Umschaltzeit, Schwarzstartfähigkeit und die Frage, welche Stromkreise überhaupt weiterlaufen sollen.

Schutzstufen
Vier Stufen — von Licht bis Vollversorgung.
Vollständige Autonomie ist selten wirtschaftlich. Sinnvoll ist die Frage: was darf keine Minute ausfallen, was sind zwei Stunden verkraftbar, und was kann warten?
Grundversorgung
Ein einzelner Unterverteiler bleibt versorgt. Die günstigste Variante, oft mit vorhandenem Speicher realisierbar. Versorgt: Licht, Kühlschrank, Router, Heizungssteuerung. Überbrückung: 4–12 h.
Erweitert
Mehrere Kreise inklusive Wärmeerzeugung. PV speist im Inselbetrieb nach, dadurch tagesübergreifend tragfähig. Versorgt: + Wärmepumpe, Steckdosen, Teilbeleuchtung. Überbrückung: 1–3 Tage.
Vollversorgung Gebäude
Das gesamte Gebäude läuft weiter, Lasten werden priorisiert zu- und abgeschaltet. Versorgt: gesamte Hausinstallation, Lastmanagement aktiv. Überbrückung: unbegrenzt mit PV.
Kritische Infrastruktur
Gestaffeltes Konzept: USV für unterbrechungsfreie Bereiche, Speicher für den Rest, optional Generator als dritte Ebene. Versorgt: Server, Produktion, Kühlkette, Sicherheitstechnik. Überbrückung: nach Auslegung.
Der entscheidende Unterschied
Ersatzstrom ist nicht Notstrom ist nicht USV.
Die Begriffe werden im Vertrieb gerne vermischt. Technisch bedeuten sie sehr Unterschiedliches — und der Unterschied entscheidet, ob Ihr Server weiterläuft oder neu bootet.
Nach dem Ausfall trennt sich das System vom Netz und startet neu. Geräte gehen kurz aus und wieder an. Typisch für: Eigenheim, unkritische Verbraucher.
Sehr schnelle Umschaltung. Für die meisten Geräte praktisch unterbrechungsfrei, für Elektronik aber nicht garantiert. Typisch für: Gewerbe, Kühlung, Ladeinfrastruktur.
Echte unterbrechungsfreie Versorgung — der Verbraucher merkt den Netzausfall nicht. Klassisch über eine USV-Anlage; ein Sigenergy-Speicher mit Sigen Energy Gateway schaltet laut Datenblatt ebenfalls in 0 ms um. Typisch für: Server, Medizintechnik, Produktionssteuerung.
Meist genügt eine Ersatzstromlösung: der Speicher trennt sich bei Netzausfall vom Netz und versorgt einen definierten Unterverteiler weiter — Kühlung, Licht, Heizungssteuerung, Internet. Definierter Notstromverteiler statt „alles oder nichts". Nachrüstung bei vielen bestehenden Speichern möglich. PV-Weiterbetrieb im Inselnetz für längere Ausfälle. Statusanzeige und Reichweite in der Kunden-App.
Batteriespeicher als Basis →Hier zählt, was ein Ausfall pro Stunde kostet. Kühlketten, Produktionslinien, Serverräume und Ladeinfrastruktur brauchen unterschiedliche Umschaltzeiten — meist in einem gestaffelten Konzept. Ausfallkosten pro Stunde als Grundlage der Auslegung. Gestaffelte Umschaltzeiten je Anlagenteil. Kombination Speicher + USV + Generator, wenn nötig. Regelmäßiger automatisierter Funktionstest mit Protokoll.
Gewerbe & Industrie →Das Gerät, das umschaltet
Das Gateway ist das Bauteil, auf das es ankommt.
Ein Speicher allein macht noch keine Ersatzstromversorgung. Das Gateway sitzt zwischen Netz und Gebäude: Es erkennt den Ausfall, trennt die Anlage vom Netz und schaltet sie auf den eigenen Strom um — und beim Wiederkehren des Netzes synchronisiert es zurück, ohne dass jemand eingreifen muss.
Sigenergy baut dafür keine Einheitsgröße, sondern eine Reihe. Welches Gerät passt, entscheidet die Anschlussleistung, die im Inselbetrieb getragen werden soll — nicht die Speichergröße.
Für das Eigenheim stehen Gateway Home, HomeMax einphasig 12 kW, HomeMax dreiphasig 30 kW und HomePro TP-L zur Verfügung. Für Gewerbe und Industrie die C-Serie: C120-6, C180-9, C300-12, C600-30, C1200 sowie die Baureihen C600-B, C1200-B, C1600-B, C2000-B und C2400-B.
Welche Leistungsklasse Ihr Objekt braucht, ergibt sich aus Ihrer Anschlussleistung und den Verbrauchern, die bei Netzausfall weiterlaufen sollen. Das rechnen wir für Ihr Gebäude konkret aus, statt nach Faustwert zuzuordnen — und planen das Gateway so, dass es zu Speicher und Hausanschluss passt.

Baugrößen
Vom Einfamilienhaus bis zum Werksareal.
Der Einstieg für das Eigenheim. Schaltet die abgesicherten Stromkreise im Ausfall auf den Speicher um.
Für Häuser mit einphasiger Hauptlast. Trägt mehr gleichzeitige Verbraucher als das Gateway Home.
Die übliche Wahl im Neubau: dreiphasig, damit Wärmepumpe und Wallbox im Inselbetrieb weiterlaufen können.
Für große Wohngebäude und kleine Gewerbeeinheiten an der Grenze zum C&I-Bereich.
Gewerbe und Industrie. Bindet mehrere Speicher zu einem Microgrid zusammen und unterstützt die Einbindung eines Generators als dritte Quelle.
Die oberen Baugrößen für Werksareale und Infrastrukturprojekte, bis hinauf zur Größenordnung mehrerer Megawatt.
Technische Anforderungen
Worauf es bei der Auslegung ankommt.
Häufige Missverständnisse
„Ein Speicher kann automatisch Notstrom." — Nur mit passendem Wechselrichter, Umschalteinrichtung und Schwarzstartfähigkeit — sonst bleibt er im Ausfall dunkel.
„Die PV-Anlage läuft bei Netzausfall weiter." — Normalerweise nicht. Wechselrichter schalten sich ohne Netz ab, außer es existiert ein definiertes Inselnetz.
„Notstrom versorgt das ganze Haus." — Nur, wenn Leistung und Verteilung dafür ausgelegt wurden. Meist wird ein Teilbereich abgesichert.
„Einmal installiert, funktioniert es." — Ohne wiederkehrenden Test bleibt unklar, ob die Umschaltung im Ernstfall greift.
Was darf bei Ihnen nicht ausfallen?
Wir gehen Ihre Verteilung durch und definieren, welche Kreise notstromversorgt werden.
